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Name: Wassermühle Otto Bauart: Wassermühle Baujahr/Ersterwähnung: vor 1800 / 1854 Standort: Abbenrode Adresse: Im Winkel 3 38871 Abbenrode Landkreis: Harz Bundesland: Sachsen-Anhalt Kontaktperson für Besichtigungen: Andreas Weihe Tel.: 039452 / 9270 GPS-Daten: 51.925.148° N 10.629.569° O
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Das Mühlendorf Abbenrode in Sachsen-Anhalt Zwischen Homburg und Schladen im Landkreis Wolfenbüttel verlässt die Mühlenstraße das niedersächsische Landesgebiet zu einem kurzen Abstecher in das interessante Mühlendorf Abbenrode im benachbarten Bundesland Sachsen- Anhalt. 6 Mühlenstandorte, deren ältester schon 1148 ersterwähnt, bezogen hier ihre Antriebsenergie aus dem Wasser der Ecker, einem Nebenfluss der Oker, und führten eine Vielzahl verschiedener Produktionsmethoden aus. Es wurde Papier geschöpft, Holz gesägt, Holzspäne zu Mehl * vermahlen, Öl gepresst, Stahl geschmiedet (Eisenhammer), elektrischer Strom erzeugt und Korn vermahlen. Leider konnte weder die technologische Vielfalt noch die Standortdichte dieses Mühlenortes die Zeitläufe überdauern, wozu insbesondere die geographische Grenzlage Abbenrodes in der damaligen DDR beitrug, wie ein Brief der Müllerin Auguste Siebrecht vom 17.4.1962 über die Enteignung der Siebrecht`schen Holzmehlmühle bezeugt. Ein bedrückender Nachweis für eine spezielle Variante des „Mühlensterbens“ in jüngster Zeit. Es ist vor allem ein Verdienst der „Interessengesellschaft Abbenröder Mühlen”, einem Zusammenschluss Abbenröder Bürger, dass dank der Spendenfreude der örtlichen Bürgerschaft und ihrer Bereitschaft zu ehrenamtlicher Hilfe, dem Sponsoring regionaler Unternehmen und der finanziellen Förderung durch die öffentliche Hand die vorhandenen materiellen, handwerklichen und finanziellen Ressourcen genutzt werden konnten, um die noch vorhandene bauliche und technische Substanz des einstigen Mühlenbestandes fachgerecht zu restaurieren und somit zu bewahren. Heute findet der Mühlenreisende als sichtbares Zeichen dieser verdienstvollen Bemühungen in Abbenrode die restaurierte und betriebsfähige Wassermühle Otto, die gut erhaltene Wassermühle Zimmermann sowie einen Mühlenwanderweg, der in Schaukästen, die an den ehemaligen Standorten positioniert sind, die historische Entwicklung der Abbenröder Mühlenlandschaft präsentiert. Dem heimatkundlich interessierten und wissbegierigen Mühlenfreund empfehlen wir den Besuch dieses bemerkenswerten Mühlendorfes als ein absolutes Muss.
* Das populärste mit Holzmehl aus Abbenrode gefertigte Produkt ist die Karosserie des legendären Kultautos Trabant (Trabi). Daneben fand es Verwendung als Backstreumehl, Futterstreckmittel, Füllstoff für Sprengstoffe, Zuschlag für Kunststoffe u.a. mehr.
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Die Wassermühle Otto Die mitten im Ortszentrum Abbenrodes liegende Wassermühle Otto findet ihre erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1854 als "Fultsche Mühle". Sie war mit einem oberschlächtigen Wasserrad ausgestattet und besaß zwei Mahlgänge zur Vermahlung von Holzspäne. Ein später eingebauter Schrotgang diente zusätzlich der Getreidevermahlung. Im Jahre 1901 wird Johanna Otto Besitzerin und Namensgeberin der Mühle mit angeschlossener Landwirtschaft. Nach mehreren Besitzerwechseln innerhalb der Müllerdynastie Otto wird die Mühle nach dem Tod von Louis Otto im Jahre 1947 stillgelegt. Seit 1991 bis heute ist Louis Enkel Friedhelm Eigentümer des Mühlenanwesens, das durch die Initiative der "Interessengesellschaft Abbenröder Mühlen" zwischen 2002 und 2007 einer umfassenden Restaurierung unterzogen wurde. Heute zeigt sich die Wassermühle Otto als mustergültige museale Anlage und gemeinsam mit der Wassermühle Zimmermann als die beiden einzigen noch vollständig erhaltenen und funktionsfähigen Handwerksbetriebe des einstigen Mühlendorfes.
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