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zur Straße > Landkreis Soltau-Fallingborstel > 95 Windmühle im Sprengel, Neukirchen

Name:
Windmühle Sprengel
Bauart:

Galerieholländer
Baujahr/Ersterwähnung:
1877
Standort:
Sprengel (Neuenkirchen)
Adresse:

An der Windmühle
Sprengel
Landkreis:
Soltau-Fallingbostel
Bundesland:
Niedersachsen
Kontakt für Besichtigung:
Tel. 05195 - 390

Windmühle Sprengel

 Die Windmühle Sprengel wurde 1877 auf dem Mühlenberg als Galerieholländer von Hinrich Leverenz erbaut. Er war zuvor Pächter der Mühle in Weiher bei Soltau und machte sich in Sprengel selbständig. Über dem achteckigen Grundriss ließ er den Mühlenkörper bis zur drehbaren Kappe hinauf massiv aus Ziegeln aufmauern, verputzen und gusseiserne Fenster einsetzen. Das Mahlgut wurde nicht über eine Durchfahrt im Erdgeschoss angeliefert, sondern mit einem heute noch funktionsfähigen Aufzug auf die Galerie befördert. Überwiegend wurde Korn zu Mehl und Schrot verarbeitet. Um 1900 wurde der Windantrieb durch einen Benzol-Dieselmotor ergänzt, der in einem Anbau neben der Mühle stand. Der Motor wurde auch für die Lohndrescherei eingesetzt. Die Mühle verfügte über drei Mahlgänge. Der erste wurde 1950, der zweite um 1965 abgebaut; der dritte arbeitete bis 1972, in den letzten Jahren jedoch nur noch über einen elektrischen Antrieb. 1963 bauten die Eigentümer die Flügel ab, 1972 die Galerie.
Mühle und Hof gehörten der Familie Leverenz bis 1978, dann verkaufte sie die Mühle getrennt vom Anwesen zur privaten Nutzung, woraufhin die Mühle zusehends verfiel. Im Zuge der Bemühungen, die denkmalgeschützte Mühle zu erhalten, kaufte die Gemeinde mit Unterstützung des Mühlenvereins Sprengel e.V. das Bauwerk und sanierte es in den Jahren 1990 bis 1998 in Zusammenarbeit mit dem Mühlenverein und öffentlichen Geldgebern von Grund auf. Die Hofstelle wurde ebenfalls von der Gemeinde erworben und zum Dorfgemeinschaftszentrum „Mühlenhof Sprengel“ umgebaut.
Als 2002 ein Orkan die aus unbehandelter Lärche bestehenden Flügelruten zerstörte, wurden die neuen Flügel mit Flügelruten aus Stahl ausgerüstet. Die Flügelkappen sind wieder aus Aluminium; sie öffnen sich mit den zusätzlichen Bremsklappen an den Flügelenden durch die Fliehkraft automatisch. Die Spannweite beträgt 21 m, die Höhe der Mühle vom Boden bis zur Kappe 18,6 m.
2007 wurde eine Anlage zur Stromerzeugung und Einspeisung in das Versorgernetz eingebaut, die erstmalig die Eigenarten der historischen Technik berücksichtigt und einen schonenden Lauf der Mühle ermöglicht - bundes-, wenn nicht sogar europaweit eine einmalige Pilotanlage in einer historischen Windmühle. Die Mühle kann bei passendem Wetter regelmäßig und sinnvoll laufen, wenn eine Aufsichtsperson dabei ist.
Der verbliebene Mahlgang ist voll funktionstüchtig; er wird vom Müllergesellen und Mühlenwart Walter Leverenz bei Mühlenfesten und beim Schaumahlen bedient.
In der Mühle befindet sich das Trauzimmer der Gemeinde.
Besichtigung ganztägig von Frühjahr bis Herbst ohne Anmeldung. Führungen auf Anfrage.

 

 

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